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Wissenswertes

Neuer Impfstoff gegen Leptospiren

Ihr Hund wurde bisher vermutlich schon jährlich im Rahmen der Jahresimpfung gegen Leptospiren geimpft. Bisher erzeugte der Impfstoff eine Schutzwirkung für Leptospira interrogans Serogruppe Canicola und Serogruppe Icterohämorrhagiae.
Leptospiren können eine Allgemeininfektion mit Entzündungen an Leber und/oder Nieren erzeugen. Die Bakterien sind zwar prinzipiell mit spez. Antibiose zu behandeln, in der Zeit bis zur Diagnose kann aber möglicherweise eine irreversible Schädigung erfolgen, daher empfehlen wir die Impfung. Daneben zählt man die Erreger zu der Gruppe der Zoonoseerreger, d.h. eine Ansteckung des Menschen ist nicht ausgeschlossen.
Nun sind in den letzten Jahren zunehmend andere Leptospiren Varianten bei erkrankten Tieren nachgewiesen worden. Die Pharmaindustrie hat reagiert und einen erweiterten Impfstoff auf den Markt gebracht, welcher zusätzlich einen Schutz vor den zwei am häufigsten nachgewiesenen „neuen“ Leptospiren (Serogruppe Australis, Serogruppe Gryppothyphosa) aufweist.
Unsere Praxis verwendet seit Ende des Jahres diesen neuen Impfstoff. Einziger Wermutstropfen ist, dass der Hersteller zur vollständigen Schutzwirkung eine Wiederholung nach 4 Wochen empfiehlt. Die Auffrischung geschieht dann wie beim „alten“ Impfstoff jährlich.


Neuer Impfstoff gegen RHDV2

Virus attackiert Kaninchen
Kaninchen werden zurzeit von einem Virus bedroht. Tierärzte bemühen sich um Impfstoffe.

© dpa

Bensheim. Die Kaninchen-Besitzer in der Region sorgen sich um ihre Schützlinge. Wie das das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Friedrich-Löffler-Institut) meldet, grassiert zurzeit eine neue Variante des RHD-Virus, RHDV-2, der sich auf das gesamte Bundesgebiet ausgebreitet hat.
Dieses Virus verursacht bei Kaninchen eine hoch akute, fieberhafte und für betroffene Tiere fast immer t/ödlich verlaufende Erkrankung. Übertragen wird dieses Virus durch von Wildkaninchen kontaminiertes Futter oder durch fliegende Insekten, teilen die Bergsträßer Tierärzte in einer Pressemitteilung mit.
Gegen diese neue Variante könne der bisher in Deutschland verwendete Impfstoff keinen Schutz bieten. „Darum versuchen wir Tierärzte für die Kaninchen einen wirksamen Impfstoff gegen diese gefährliche Variante aus dem Ausland per Ausnahmegenehmigung einzuführen", so die Auerbacher Tierärztin Dr. Birgit Hagen. Dieser Impfstoff werde voraussichtlich Ende Juli/Anfang August verfügbar sein und bewirke einen Schutz gegen die klassische Form und gegen den neuen aggressiven Stamm der RHD.


Erste Schutzmaßnahmen
Kaninchen ab einem Alter von zehn Wochen sollten ab sofort zusätzlich zu der bisher erfolgten Impfung gegen diese neue Variante geschützt werden. Ist dieses aufgrund des Alters oder anderer Erkrankungen nicht möglich, sollten die Kaninchen im Haus gehalten und die Fenster mit Fliegengitter gegen das Eindringen von Fliegen und Insekten geschützt werden. Außerdem sollte nur Futter angeboten werden, welches nicht in Kontakt mit Wildkaninchen gekommen ist.


Termine vereinbaren
Da der Impfstoff momentan nur in 50 Impfstoffdosen geliefert werden könne, die innerhalb von wenigen Stunden verimpft werden müssen, werden von den Tierärzten spezielle Kaninchen-Impftermine angeboten, die man jeweils beim Haustierarzt erfragen können oder auf deren Homepages erfahren könne.
Die hiesigen Tierärzte in einer Stellungnahme bitten darum, sich für diese Impftermine telefonisch einen Termin geben zu lassen, damit auch eine Dosis des Impfstoffes reserviert werden kann. red
© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 29.07.2016


Unsere Stellungnahme zum Artikel des BA zum Thema RHDV 2

Ergänzend zum Artikel RHDV2 möchte ich folgendes hinzufügen:

1. Ist die bisherige Impfung unnötig geworden?

  • Die bisherige Impfung schützt zuverlässig im bisher angewandten Schema (1x jährlich) gegen Myxomatose und RHDV1.

2. Warum impft unsere Praxis bisher nicht gegen RHDV2?

  • Wir haben keine gesicherten Daten über die tatsächliche Gefahrenlage und den Impfschutz unserer Impfstoffe gegen RHDV2.
  • Es gibt keinen Impfstoff in Deutschland. Impfstoff aus dem Ausland zu beziehen unterliegt bürokratischen Hürden.
  • Wir haben bisher noch keine Erfahrung mit dem Impfstoff und Informationen sind aus dem Ausland schwer zu beziehen.
  • Der Impfstoff ist bisher nur als Flasche zum sofortigen Verbrauch zu erhalten. Dies bedeutet eine Sammelimpfung ist nötig. Eine Sammelimpfung bedeutet ein Termin für alle Kaninchen an einem Tag und setzt voraus, dass Sie an diesem einen Tag auch kommen können!

3. Was tut unsere Praxis aktuell?

  • Wir halten uns regelmäßig auf den aktuellen Stand (Friedrich-Löffler-Institut, StikoVET).
  • Wir halten Kontakt mit unseren Kollegen und stimmen uns ab.
  • Wir informieren Sie über den Zeitpunkt und Ort geplanter Impfungen auf Anfrage (sofern wir selbst rechtzeitig informiert werden).
  • Wir bemühen uns um einen Einzelimpfstoff gegen RHDV2, der vermutlich im September erhältlich sein wird.